Workshop Colourwork
- imgrunwald

- vor 7 Stunden
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Wer schon einmal gedacht hat, Stricken sei eine ruhige, meditative Tätigkeit für Menschen, die gerne still vor sich hin zählen und gelegentlich Katzen streicheln, der hat vermutlich noch nie von Colourwork gehört.
Oder er hat es erfolgreich verdrängt. Beides ist verständlich.
Am Samstag, den
16.05.2026 von 9 bis 12 Uhr
wird im Grunis Strick-Atelier genau diese Disziplin trainiert, die im Strickuniversum ungefähr den Schwierigkeitsgrad „Kochen mit zwei Herdplatten, einem Soufflé und einem sehr neugierigen Küchenhund“ hat.
Colourwork klingt dabei erstmal harmlos, fast schon nach Bastelnachmittag mit Pastellfarben und sanfter Hintergrundmusik. In Wahrheit ist es jedoch eine hochkonzentrierte Fingerchoreografie mit mehreren Wollfäden, die sich aufführen wie ein sehr ambitioniertes Spaghetti-Knäuel auf Koffein.
Wenn ein Faden nicht mehr reicht
Normales Stricken ist bereits eine Kunstform. Man hat einen Faden, man hat Nadeln, man hat eine gewisse Grundillusion von Kontrolle.
Colourwork hingegen sagt: Schön, dass du dich sicher gefühlt hast, hier sind jetzt zwei oder mehr Fäden gleichzeitig, viel Spaß.
Plötzlich wird aus der entspannten Handarbeit eine Art Jonglage für die Finger.
Jeder Faden möchte beachtet werden, keiner möchte zurückstehen, alle wollen genau dann auftauchen, wenn sie gerade nicht dran sind.
Wer hier nicht kurz über sich selbst lacht, hat vermutlich sehr starke Nerven oder arbeitet im Controlling.
Die Finger als Verkehrsleitsystem
Im Workshop wird gelernt, wie man die Fäden geschickt über die Finger führt, ohne dass es aussieht wie ein Wollunfall im öffentlichen Nahverkehr.
Die Finger übernehmen dabei die Rolle eines kleinen, sehr engagierten Verkehrsleitsystems. Einer regelt den hellen Faden, einer den dunklen, und irgendwo dazwischen versucht der Daumen, nicht komplett die Motivation zu verlieren.
Man kann sich das vorstellen wie eine Orchesterprobe, nur dass die Musiker sehr klein sind, sehr flauschig und gelegentlich dazu neigen, sich gegenseitig zu verheddern.
Farbwechsel mit Persönlichkeit
Das Besondere am Colourwork ist nicht nur die Technik, sondern auch der Charakter. Jeder Farbwechsel ist ein kleiner dramatischer Auftritt. „Jetzt kommt das Rot“, sagt die Masche. „Und jetzt das Blau“, antwortet die nächste, während im Hintergrund das Strickprojekt langsam aber sicher zu einem Kunstwerk wird, das später stolz präsentiert wird, während man beiläufig erwähnt, dass es „eigentlich ganz einfach“ war.
Niemand glaubt das. Nicht einmal die eigene Stricknadel.
Der geheime Moment der Wahrheit
Irgendwann im Workshop passiert er:
der Moment, in dem die Fäden plötzlich nicht mehr wie chaotische Mitbewohner wirken, sondern wie ein Team.
Man beginnt zu verstehen, dass dieses ganze Gewirr tatsächlich einem Plan folgt. Einem leicht rebellischen Plan vielleicht, aber immerhin einem Plan.
Und genau hier passiert etwas Magisches. Aus Konzentration wird Flow, aus Verwirrung wird Muster, und aus „Hilfe, was mache ich hier eigentlich“ wird ein sehr stolzes „Schau mal, das habe ich gemacht“.
Fazit: Stricken mit Abenteuerfaktor
Colourwork ist nichts für Menschen, die Kontrolle über ihre Handarbeit als selbstverständlich betrachten. Es ist eher etwas für alle, die bereit sind, ein kleines bisschen Chaos zu akzeptieren, um am Ende etwas wirklich Schönes in den Händen zu halten.
Oder anders gesagt: Wer diesen Workshop besucht, verlässt ihn wahrscheinlich nicht nur mit neuen Strickkenntnissen, sondern auch mit einer leicht veränderten Beziehung zu Wollfäden, die ab sofort nicht mehr als Material, sondern als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen werden.
Und genau das macht den Reiz aus.
Der Workshop kostet 25 €. Das Ticket ist nicht stornierbar und nicht es gibt keinen Ausweichtermin. Jedoch kann man den Workshop übertragen auf eine andere Person. Aufgrund des günstigen Workshoppreises ist die Wolle für das kommende Projekt im Atelier zu erwerben.
Ich freue mich auf euch.
Eure Gruni
Grunis Strick-Atelier
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